Heizung & Wärmepumpe

Heizsaison starten: Heizung entlüften, Thermostate einstellen, richtig lüften

Veröffentlicht am 19.10.2026 · Offrendo Redaktion

Bevor es richtig kalt wird, lohnt sich ein kurzer Herbstcheck: Heizkörper entlüften, wenn sie gluckern oder oben kalt bleiben, danach den Anlagedruck prüfen und die Thermostatventile bewusst einstellen. EnergieSchweiz empfiehlt rund 20 °C im Wohnzimmer (Position 3 am Thermostatventil) und 17 °C im Schlafzimmer (Position 2); jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizkosten. Gelüftet wird kurz und kräftig, dreimal täglich 5 bis 10 Minuten statt mit Dauerkippfenster. Bleibt eine Mietwohnung trotz voll aufgedrehter Heizung unter 20 °C, ist das ein Fall für die Verwaltung.

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Der Herbstcheck in fünf Minuten

  • Heizung oder Wärmepumpe auf Winterbetrieb stellen, falls sie im Sommer nur Warmwasser bereitet hat
  • Alle Thermostatventile einmal ganz auf- und wieder zudrehen: Ventile, die monatelang zu waren, können klemmen
  • Prüfen, ob alle Heizkörper warm werden, und zwar oben wie unten
  • Gluckern oder Rauschen? Dann entlüften
  • Den Druck am Manometer der Heizung ablesen und mit der Angabe Ihres Installateurs vergleichen
  • Heizkörper freiräumen: Sofa, Vorhänge und Abdeckungen halten die Wärme zurück
  • Fenster- und Rollläden prüfen: Nachts geschlossen kühlen die Räume weniger aus

Lief die Heizung im letzten Winter unruhig, war das Haus ungleich warm oder ist der letzte Service länger her, buchen Sie den Heizungsservice am besten jetzt. Für ein Einfamilienhaus kostet er je nach System typischerweise CHF 150 – 500 inklusive Anfahrt.

Heizkörper entlüften: Schritt für Schritt

Luft im Heizkörper erkennen Sie an Gluckergeräuschen oder daran, dass er oben kalt bleibt, während er unten warm ist. Für Heizkörper mit Entlüftungsventil brauchen Sie einen Entlüftungsschlüssel aus dem Baumarkt, einen Lappen und ein kleines Gefäss.

1. Heizung laufen lassen, bis die Heizkörper warm sind, dann die Umwälzpumpe ausschalten oder etwa eine halbe Stunde warten, damit sich die Luft oben sammelt. 2. Am Entlüftungsventil oben seitlich den Schlüssel ansetzen, Lappen darunter halten. 3. Ventil langsam etwa eine halbe Umdrehung öffnen. Es zischt, solange Luft entweicht. 4. Sobald Wasser ohne Luftblasen austritt, Ventil wieder schliessen. 5. Im Haus unten beginnen und nach oben arbeiten. 6. Danach den Anlagedruck kontrollieren. Ist er unter den Sollbereich gefallen, muss Wasser nachgefüllt werden.

Vorsicht: Das austretende Wasser kann heiss sein. Nachfüllen dürfen Sie bei einer eigenen Anlage nach Anleitung des Herstellers; in Mehrfamilienhäusern ist das Sache des Hauswarts. Fussbodenheizungen werden über den Verteiler entlüftet, das überlassen Sie besser der Fachperson. Müssen Sie mehrmals pro Saison entlüften oder fällt der Druck immer wieder ab, gehört die Anlage in den Service.

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Thermostatventile richtig einstellen

Das Thermostatventil regelt die Raumtemperatur selbst. Es ist kein Gaspedal: Wer auf 5 dreht, heizt nicht schneller, sondern nur länger und auf eine höhere Endtemperatur. Als Orientierung:

RaumEmpfohlene TemperaturTypische Ventilstellung
Wohnzimmer, Arbeitszimmerrund 20 °CPosition 3
Schlafzimmer, Gangrund 17 °CPosition 2
Unbenutzte Räume, längere AbwesenheitFrostschutzPosition Stern (*)

Werte nach EnergieSchweiz. Die genaue Temperatur je Stufe hängt vom Ventil ab; ein einfaches Thermometer zeigt, ob die Einstellung passt.

Richtig lüften, ohne Wärme zu verschenken

Feuchte Luft aus Kochen, Duschen und Atmen muss hinaus, sonst drohen Kondenswasser an den Fenstern und Schimmel in den Ecken. Die Empfehlung von EnergieSchweiz:

  • Dreimal täglich 5 bis 10 Minuten kräftig lüften, möglichst mit mehreren offenen Fenstern gleichzeitig
  • Je kälter es draussen ist, desto kürzer reicht
  • Keine dauernd gekippten Fenster: Dabei geht viel Wärme verloren, ohne dass genug Frischluft hereinkommt
  • Wer nachts mit offenem Fenster schläft, dreht den Heizkörper im Schlafzimmer ab

In Häusern mit Komfortlüftung, etwa nach Minergie-Standard, sorgt die Anlage für den Luftaustausch. Die Fenster dürfen Sie trotzdem öffnen, nötig ist es für die Luftqualität aber nicht.

Mietwohnung: Wann ist es zu kalt?

Die Vermieterschaft muss dafür sorgen, dass die Wohnung ausreichend beheizbar ist. Nach den Richtwerten des Mieterverbands, die in der Praxis breit verwendet werden, heisst das 20 bis 21 °C, in Minergie-Bauten 19 bis 20 °C, und zwar in allen Räumen. Nachts darf es etwas kühler werden. Eine Abweichung von 3 bis 5 Grad gilt als Mangel. Auch eine Vertragsklausel, wonach die Heizsaison erst am 1. Oktober beginnt, entbindet die Vermieterschaft laut Beobachter nicht, wenn es schon vorher kalt ist.

So gehen Sie vor: 1. Zuerst selbst prüfen: Ventil offen, Heizkörper frei, entlüftet? 2. Verwaltung oder Hauswart informieren, bei anhaltendem Problem schriftlich, am besten eingeschrieben mit Frist. 3. Raumtemperatur mehrmals täglich messen und notieren, das Thermometer fotografieren. 4. Miete nicht eigenmächtig kürzen. Für Mietzinsreduktion oder Hinterlegung gelten Formvorschriften; lassen Sie sich von der Schlichtungsbehörde oder einem Mieterverband beraten.

Wann Sie eine Heizungsfirma brauchen

  • Die Heizung startet nicht oder zeigt eine Störungsmeldung, die sich nach einem Neustart wiederholt
  • Der Druck fällt nach dem Nachfüllen immer wieder ab: Hinweis auf ein Leck oder ein defektes Ausdehnungsgefäss
  • Einzelne Räume werden trotz Entlüften nicht warm: oft ein Fall für den hydraulischen Abgleich
  • Der Brenner taktet ständig oder die Wärmepumpe läuft auffällig laut
  • Geruch nach Abgas oder Gas: Räume verlassen und den Notdienst der Gasversorgung rufen

Über Offrendo beschreiben Sie Ihr Heizungsanliegen einmal, ob Service, Störung oder Ersatz. Passende Heizungsfirmen werden sofort benachrichtigt; bis zu 3 registrierte Firmen aus Ihrer Region können die Anfrage übernehmen und sich mit einer Offerte melden. Ob und wann Offerten eintreffen, hängt von Region, Dienstleistung und Verfügbarkeit ab. Für Sie ist die Anfrage kostenlos und unverbindlich.

Quellen & Methodik

Stand: 19.10.2026 · redaktionell geprüft von der Offrendo Redaktion

Grundlage: öffentlich verfügbare Preisangaben Schweizer Fachbetriebe, Brancheninformationen der unten genannten Fachorganisationen und eigene Offrendo-Marktdaten, sofern ausreichend Daten vorhanden sind. Alle Preise sind Richtwerte in CHF inkl. MwSt. für die Schweiz – keine Offerten.

Prozentangaben zu Preisunterschieden, Zuschlägen oder Budgetanteilen sind Erfahrungswerte aus der Branche, keine Offrendo-Statistik.

Eigene Offrendo-Marktdaten fliessen ein, sobald mindestens 20 Offerten je Branche vorliegen. Insights →

Fachorganisationen und Primärquellen

Häufige Fragen

Wie viel Grad ist Stufe 3 am Thermostat?

In der Regel rund 20 °C, Stufe 2 rund 17 °C. EnergieSchweiz empfiehlt 20 °C fürs Wohnzimmer und 17 °C fürs Schlafzimmer. Die genaue Temperatur hängt vom Ventil ab.

Wann muss ich die Heizung entlüften?

Wenn der Heizkörper gluckert oder oben kalt bleibt, während er unten warm ist. Danach den Anlagedruck kontrollieren; in Mehrfamilienhäusern füllt der Hauswart nach.

Wie lüfte ich im Winter richtig?

Dreimal täglich 5 bis 10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern, möglichst quer durch die Wohnung. Dauerkippfenster verschwenden Wärme.

Wie warm muss eine Mietwohnung sein?

Nach den Richtwerten des Mieterverbands 20 bis 21 °C, in Minergie-Bauten 19 bis 20 °C. Eine Abweichung von 3 bis 5 Grad gilt als Mangel, den Sie der Vermieterschaft melden.

Wie viel spart ein Grad weniger?

Laut EnergieSchweiz rund 6 Prozent der Heizkosten.

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