Küchenbau

Küche planen: Ablauf bis zur Montage und die häufigsten Planungsfehler

Veröffentlicht am 25.10.2026 · Offrendo Redaktion

Eine neue Küche entsteht in sieben Schritten: Bestandsaufnahme und Budget, Ausmessen, Planung mit dem Küchenbauer, Offertvergleich, Vorarbeiten von Sanitär und Elektro, Montage und Abnahme. Die meisten teuren Fehler passieren nicht bei der Montage, sondern früh in der Planung: zu wenig Arbeitsfläche, falsch platzierte Anschlüsse, ein unpassender Dampfabzug oder Geräte in der falschen Norm. In der Schweiz gibt es Einbaugeräte in zwei Breiten, 55 cm nach Schweizer SMS-Norm und 60 cm nach Euro-Norm; das sollte vor jeder Planung geklärt sein.

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Der Ablauf in sieben Schritten

1. Bestandsaufnahme: Was stört an der heutigen Küche? Wer kocht wie oft, wie viele Personen essen mit, braucht es Platz für Vorräte, Backen oder einen Esstisch? 2. Budget festlegen: inklusive Rückbau, Anpassungen an Wänden, Boden, Elektro und Sanitär, nicht nur Möbel und Geräte. 3. Grob ausmessen: Raummasse, Fenster und Türen mit Brüstungshöhe, Lage von Wasser, Abwasser, Starkstrom und Abluft. Fotos der Anschlüsse helfen dem Küchenbauer. 4. Planung: Der Küchenbauer erstellt Grundriss und Ansichten. Lassen Sie sich mindestens eine Variante zeigen, die die Anschlüsse nicht verschiebt; das ist oft deutlich günstiger. 5. Offerten vergleichen: gleiche Planung, gleiche Geräte, gleiche Abdeckung. Erst dann ist der Preis vergleichbar. 6. Vorarbeiten: alte Küche ausbauen und entsorgen, Leitungen anpassen, Wände und Boden fertigstellen. 7. Montage und Abnahme: Möbel, Abdeckung, Geräteanschluss, gemeinsame Kontrolle mit Mängelliste.

Wer macht was, und in welcher Reihenfolge?

Bei einem Küchenumbau arbeiten oft mehrere Gewerke nacheinander. Die Reihenfolge bestimmt, ob es Leerlauf und Nachbesserungen gibt.

PhaseWerWorauf achten
Rückbau alte KücheKüchenbauer oder RäumungsfirmaEntsorgung der Geräte in der Offerte regeln
Leitungen verlegenSanitär, Elektrikernach dem definitiven Küchenplan, nicht nach Schätzung
Wände, Boden, PlättliGipser, Maler, Plattenlegerklären, ob der Boden unter der Küche durchläuft
MöbelmontageKüchenbauerUnterbauten exakt ausrichten, Wandanschlüsse prüfen
AbdeckungKüchenbauer oder SteinlieferantStein und Keramik werden oft erst nach der Möbelmontage ausgemessen
Geräte anschliessenElektriker, SanitärKochfeld und Backofen nur durch Fachperson mit Bewilligung

Wird die Küche mit einer festen Abdeckung aus Naturstein, Quarzkomposit oder Keramik geplant, liegt zwischen Möbelmontage und fertiger Küche häufig eine zusätzliche Wartezeit. Fragen Sie in der Offerte nach dem Zeitplan und ob ein provisorischer Wasseranschluss möglich ist.

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Neun Planungsfehler, die später stören

1. Zu wenig Arbeitsfläche: Neben dem Kochfeld und zwischen Spüle und Kochfeld braucht es freie Fläche zum Rüsten und Abstellen. Eine schöne Insel nützt wenig, wenn die eigentliche Arbeitszone zu kurz ist. 2. Falsche Arbeitshöhe: Viele Küchen werden noch in Standardhöhe geplant. Als Faustregel gilt eine Arbeitsfläche rund 10 bis 15 cm unter Ellbogenhöhe der Person, die am meisten kocht. 3. Geschirrspüler weit weg von der Spüle: Er gehört direkt daneben, sonst tropft es auf dem Weg. 4. Zu wenig Steckdosen: Kaffeemaschine, Wasserkocher, Mixer und Ladegeräte brauchen Platz über der Abdeckung. Lieber zwei Doppelsteckdosen mehr einplanen. 5. Kein Platz für die Abfalltrennung: In der Schweiz werden PET, Glas, Alu, Papier und Grüngut getrennt gesammelt. Ein Auszug mit mehreren Behältern spart später viel Ärger. 6. Türen und Auszüge kollidieren: Kühlschranktür, Backofen und Geschirrspüler dürfen sich in der Ecke nicht gegenseitig blockieren. 7. Beleuchtung vergessen: Eine Deckenlampe allein wirft Schatten auf die Arbeitsfläche. Licht unter den Oberschränken gehört in die Planung, nicht in die Nachrüstung. 8. Dampfabzug falsch gewählt: Abluft führt Dampf und Gerüche nach aussen, braucht aber eine Wandöffnung und Nachströmung. Umluft ist einfacher, filtert aber nur. Steht im Wohnraum ein Holzofen oder Cheminée, kann eine Abluft-Haube gefährlichen Unterdruck erzeugen; klären Sie die Lösung mit dem Küchenbauer und dem Kaminfeger. 9. Geräte in der falschen Norm: Wer später nur ein Gerät ersetzen will, sollte wissen, ob die Nischen 55 cm (SMS) oder 60 cm (Euro) breit sind.

SMS oder Euro: die Schweizer Besonderheit

Schweizer Küchen wurden lange nach der SMS-Norm gebaut, mit 55 cm breiten Geräten. Die europäische Norm, die auch in der Schweiz gilt, sieht 60 cm vor. Beide Systeme werden weiterhin angeboten; viele Hersteller führen Backöfen, Kühlschränke und Geschirrspüler in beiden Breiten.

  • Komplette neue Küche: Sie sind frei. Euro-Geräte bieten meist eine grössere Auswahl, SMS-Geräte passen besser in kleine Grundrisse.
  • Teilersatz: Bleiben Möbel und Abdeckung bestehen, müssen neue Geräte in die vorhandenen Nischen passen. Messen Sie Breite, Höhe und Tiefe und vergleichen Sie mit dem Datenblatt.
  • Mietwohnung: Ersatzgeräte stellt in der Regel die Vermieterschaft. Weisen Sie auf die Norm hin, wenn ein Gerät defekt ist.

Küche in der Mietwohnung oder im Stockwerkeigentum

In einer Mietwohnung dürfen Sie die Küche nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft umbauen (Art. 260a OR). Halten Sie schriftlich fest, ob Sie beim Auszug den alten Zustand wiederherstellen müssen und ob ein Mehrwert entschädigt wird. Ohne solche Abmachung kann es beim Auszug Streit geben; im Zweifel hilft eine Mieterberatung oder die Schlichtungsbehörde.

Im Stockwerkeigentum gehört die Küche meist zum Sonderrecht. Leitungen in Wänden und Steigzonen, Abluftöffnungen in der Fassade und Lärm während der Bauzeit betreffen aber die Gemeinschaft. Informieren Sie die Verwaltung frühzeitig und prüfen Sie das Reglement.

Budget und Offerten

Als Orientierung: Eine Standardküche inklusive Geräte liegt in der Schweiz typischerweise bei CHF 18 000 – 40 000, eine Premiumküche bei CHF 45 000 – 100 000. Eine Granitabdeckung kostet rund CHF 300 – 1 000 pro Laufmeter, ein neues Geräteset CHF 4 000 – 15 000. Anpassungen an Leitungen, Wänden und Boden kommen dazu.

Worauf Sie in der Offerte achten sollten:

  • Planunterlagen mit Grundriss und Ansichten als Teil der Offerte
  • Gerätetypen mit genauer Bezeichnung und Norm
  • Material und Stärke von Fronten, Korpus und Abdeckung
  • Rückbau, Entsorgung, Anschlussarbeiten und Nebenarbeiten klar aufgeführt oder ausgeschlossen
  • Zeitplan und Garantie

Prüfen Sie die Küche bei der Abnahme gründlich und melden Sie Mängel umgehend schriftlich; das Werkvertragsrecht verlangt eine rasche Mängelrüge.

Über Offrendo beschreiben Sie Ihr Küchenprojekt einmal. Passende Anbieter werden sofort benachrichtigt; bis zu 3 registrierte Küchenbauer und Schreinereien aus Ihrer Region können die Anfrage übernehmen und sich mit einer Offerte melden. Ob und wann Offerten eintreffen, hängt von Region, Dienstleistung und Verfügbarkeit ab. Für Sie ist die Anfrage kostenlos und unverbindlich.

Quellen & Methodik

Stand: 25.10.2026 · redaktionell geprüft von der Offrendo Redaktion

Grundlage: öffentlich verfügbare Preisangaben Schweizer Fachbetriebe, Brancheninformationen der unten genannten Fachorganisationen und eigene Offrendo-Marktdaten, sofern ausreichend Daten vorhanden sind. Alle Preise sind Richtwerte in CHF inkl. MwSt. für die Schweiz – keine Offerten.

Prozentangaben zu Preisunterschieden, Zuschlägen oder Budgetanteilen sind Erfahrungswerte aus der Branche, keine Offrendo-Statistik.

Eigene Offrendo-Marktdaten fliessen ein, sobald mindestens 20 Offerten je Branche vorliegen. Insights →

Fachorganisationen und Primärquellen

Öffentliche Belege zu den Richtpreisen (geprüft am 15.10.2026)

  • Neue Küche Standard inkl. Geräte: CHF 18'000 – CHF 40'000 pauschal · Quellen: comparis.ch (2024), UBS (2026)
  • Neue Küche Premium: CHF 45'000 – CHF 100'000 pauschal · Quellen: comparis.ch (2024), myky.ch (2025)
  • Arbeitsplatte Granit: CHF 300 – CHF 1'000 pro Laufmeter · Quelle: daibau.ch (2026)

Häufige Fragen

Wie läuft die Planung einer neuen Küche ab?

Bestandsaufnahme und Budget, Ausmessen, Planung mit dem Küchenbauer, Offertvergleich, Vorarbeiten von Sanitär und Elektro, Montage, dann gemeinsame Abnahme mit Mängelliste.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Küchenplanung?

Zu wenig Arbeitsfläche, eine unpassende Arbeitshöhe, zu wenige Steckdosen, fehlender Platz für die Abfalltrennung, kollidierende Türen und Auszüge sowie ein falsch gewählter Dampfabzug.

Was ist der Unterschied zwischen SMS- und Euro-Norm?

SMS ist die Schweizer Küchennorm mit 55 cm breiten Einbaugeräten, die Euro-Norm sieht 60 cm vor. Beide werden angeboten. Beim Ersatz einzelner Geräte muss die Nische zur Norm passen.

Darf ich die Küche in meiner Mietwohnung erneuern?

Nur mit schriftlicher Zustimmung der Vermieterschaft (Art. 260a OR). Regeln Sie schriftlich, ob Sie beim Auszug den alten Zustand wiederherstellen müssen und ob ein Mehrwert entschädigt wird.

Abluft oder Umluft beim Dampfabzug?

Abluft entfernt Dampf und Gerüche besser, braucht aber eine Öffnung nach aussen und Nachströmung. Umluft ist einfacher zu montieren. Bei einem Holzofen im selben Raum die Lösung mit Fachperson und Kaminfeger klären.

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